Impulse geben, kreative Ansätze entwickeln, mutig und laut sein, querdenken – all das ist es, wofür NEO steht. Wir sind etwas Neues, etwas Revolutionäres. Eine Denkfabrik und eine Ideenschmiede. Und das für einen Bereich, der seit Jahrzehnten in festen Strukturen steckt: Unsere Sozialwirtschaft. „Kann das gutgehen?“, könnte man sich da vielleicht fragen. Kann es, sagen wir. Denn gerade wegen der festen und oft festgefahrenen Strukturen braucht es in der Sozialwirtschaft dringend ein Umdenken. Die beste Zeit dafür ist jetzt, also stoßen wir es gemeinsam an!

Kompackt verpackt findest du alles in unserem Firmen Exposé (PDF).

„Jeder Tag, der nicht didaktisch geplant ist, ist ein vergeudeter Tag im Leben der Kinder. Die soziale Arbeit muss zukünftig viel ausgewogener sein, damit Kinder ihre Kindheit leben können, sich selbst kennenlernen, nicht zu stark in die Verantwortung genommen werden und sich ihr Wohlbefinden nachhaltig steigert. So können sie ungezwungen und aus sich heraus an der Partizipation teilnehmen. Das gilt auch für die Mitarbeitenden, denn nicht aus der Erwartung, sondern aus dem eigenen Bedürfnis und der eigenen Haltung heraus muss die Mitgestaltung gelebt werden. Und genau hier liegt der Unterschied, den NEO ausmacht: wir gehen diese Veränderung an!“
Geschäftsführer Benjamin F. Dehde

Welchen Schritt wir bei NEO auch gehen, jedes Projekt und jede Entscheidung muss für die Kinder und Jugendlichen Sinn ergeben, hilfreich und unterstützend sein. Genau diese Haltung ist es, die die Seele von NEO ausmacht: Alle Beteiligten begegnen sich auf Augenhöhe, statt einer Hierarchie steht die Gemeinschaft im Vordergrund. So gelingt es, allen Mitarbeitenden und jedem Kind das Umfeld zu ermöglichen, das sie brauchen. Mit dem nötigen Freiraum, ohne sich für Bedürfnisse rechtfertigen zu müssen. Mit ständiger Bewegung statt festem Regelwerk.

Mit jeder neuen Person, die sich an NEO beteiligt, beginnt unser Prozess wieder von vorn. Wir stellen Fragen, sind offen, schaffen ein Gefühl von Verbundenheit und passen uns an die Bedürfnisse aller an. Genau das motiviert dazu, sich selbst mit neuen Ideen und Impulsen einzubringen, ganz gleich in welcher Rolle man bei NEO tätig ist. So stehen alle gemeinsam hinter dem großen Ganzen. Natürlich treten auch in einem solchen Umfeld hin und wieder Konflikte und Schwierigkeiten auf – jedoch finden wir dafür immer Lösungen, ohne dass das feste Gerüst der Verbundenheit ins Wanken gerät.

 

Die Heim- und Jugendarbeit steckt voller Bürokratie, jeder Antrag erfordert Unmengen an Verwaltungsaufwand. Zeit, die Mitarbeitende der Jugendämter für diese Verwaltung aufbringen, geht dort verloren, wo sie viel dringender benötigt wird: nämlich direkt bei den Kindern und Jugendlichen. Wer einmal Teil dieses Unterstützungssystems ist, kommt oftmals nicht mehr aus diesem heraus – die Ressourcen für Familienrückführungen und alternative Betreuungsmöglichkeiten der hilfebedürftigen Kinder und Jugendlichen außerhalb der Heime fehlen ganz einfach. Dazu kommt, dass Kinderheime nicht selten als Wirtschaftsgut angesehen werden – oft stehen Unternehmens- oder Eigeninteressen im Vordergrund, das Kind selbst rückt in den Hintergrund. Ideen und Gesetzesvorschläge brauchen meist Jahre oder gar Jahrzehnte, bis sie tatsächlich in Gang kommen. Zeit, die wir nicht haben.

NEO setzt genau hier an, denn wir arbeiten nach dem Motto:

„Viel Hilfe, wenig Verwaltung.“

Mit unkonventionellen Ideen und Konzepten möchten wir die Sozialwirtschaft reformieren und die Gesellschaft nachhaltig verändern. Wir setzen auf eine Minimierung der Bürokratie, damit die Sozialwirtschaft endlich echte Hilfe leisten kann. Wir setzen darauf, alle Beteiligten miteinander zu vernetzen und zu involvieren, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Und wir stehen ein für die größtmögliche Transparenz innerhalb sämtlicher Arbeitsprozesse in der Sozialwirtschaft.

Die Schwerpunkte unserer Arbeit umfassen alle Bereiche rund um die Betreuung, Förderung und Bildung von Menschen. Damit das gelingt, vereinen wir ganz unterschiedliche kompetente Querdenker*innen unter einem Dach: Menschen aus Pädagogik und Wirtschaft, aus Forschung und Wissenschaft. Menschen, die neue Ideen und Konzepte verwirklichen und den Gesetzgeber zum Umdenken anregen wollen. Im Mittelpunkt stehen bei uns immer die Kinder und Jugendlichen. Sie sind es, die Hilfe benötigen. Und sie sind es auch, ohne die es keine Zukunft geben kann. Wenn das nicht Anlass genug ist, den Kleinsten unserer Gesellschaft endlich wieder die größte Aufmerksamkeit zuteilwerden zu lassen!

Die Geschichte von Benjamin und der NEO

Benjamin Dehde wurde 1986 in Lüneburg geboren – soziales Engagement legten ihm seine Eltern in die Wiege. Der Vater engagiert sich politisch für Jugendthemen, die Mutter für die Gleichstellung. Benjamin selbst war 17 Jahre lang Mitglied in der SPD, bevor er sich überparteilichen Initiativen anschließt: Statt Parteistreitigkeiten sucht Dehde mehr Innovationswillen und will konkrete Projekte realisieren. Gemeinsam mit wenigen, dafür aber umso engagierteren Köpfen.

Der Schulbesuch ist für Benjamin eine Pflichtveranstaltung, als Legastheniker wird er von Eltern und Schule als schwer beschulbar abgestempelt. Dem Hauptschulabschluss folgen der Realschulabschluss und ein Jahr auf der Technikerschule. Ob er bedaure, nie das Gymnasium besucht zu haben? „Ja, ich hätte viel bessere Fördermöglichkeiten gehabt“, antwortet Dehde umgehend.

2003 absolviert er als gerade 17-Jähriger – jüngster und zugleich ranghöchster Soldat seiner Einheit – die Grundausbildung als Panzergrenadiere sowie eine Spezialausbildung zum Fliegerfaustkanonier bei der Bundeswehr und verpflichtet sich für zwölf Jahre als Berufssoldat. Dehde strebt eine Hubschrauberpilotenausbildung an, doch kurze Zeit später quittiert er aufgrund persönlicher Indifferenzen mit seinem Vorgesetzten vorzeitig den Dienst: „Ich wollte nicht so sein, wie die Menschen dort.“

„Jeder Mensch kann seine Potenziale entfalten“

In einem Praktikum beim Weidenhof der Irene-Stiftung in Hitzacker macht Dehde in seiner Arbeit mit Autisten eine Erfahrung, die sein Leben fortan prägen soll: Jeder Mensch hat in sich Potenziale, die er durch entsprechende Förderung entfalten kann. Sein Wunsch, Ergotherapeut zu werden, scheitert an dem kostenpflichtigen Privatschulsystem. Stattdessen macht Dehde von 2004 - 2008 eine Erzieherausbildung in Lüneburg. Seine Pflichtpraktika erfüllt er in Kindergärten, mit Nacht- und Wochenenddiensten in einem Kinderheim verdient er seinen Lebensunterhalt. Dort nimmt er als staatlich anerkannter Erzieher auch seine erste Anstellung an. 2008 schließt er auch eine Zusatzausbildung zum Bewegungs- und Psychomotorikpädagogen ab.

2009 engagiert sich Dehde im Jugendhilfeausschuss Hamburg, für ein halbes Jahr arbeitet er in einem Sozialdienst in Hamburg, stößt hier jedoch schnell an Grenzen der Unternehmensstruktur. „Ich wollte gerechtere Strukturen aufbauen und Menschen helfen, bin damit innerhalb der Festanstellung aber nicht weitergekommen, weil ich mich nicht von meinen Vorhaben habe abbringen lassen. Ich denke das Unmögliche und versuche es einfach, stelle mich der Herausforderung, statt Probleme zu antizipieren.“ Dehde entscheidet sich gegen die festen Strukturen innerhalb der Anstellung, macht sich selbstständig und gründet 2009 sein erstes Kinderheim. Doch er scheitert und muss die Einrichtung wieder schließen: „Ich war zu blauäugig und zu unstrukturiert.“

 

Erfahrungen und Begegnungen, die den weiteren Weg prägen

Durch seine Psychomotorikangebote lernt Dehde auf Empfehlung seiner Ausbilderin eine Gruppe an der Universität Lüneburg kennen. Dort trifft er Professor Jörg W. Ziegenspeck, den er im Laufe der Zeit als Koryphäe der Erlebnispädagogik im Sinne des Lernens schätzen lernen wird und der seinen Pädagogikstil nachhaltig prägt. „Ziegenspeck ist einer der Menschen, die mich beeindruckt und motiviert haben, mehr aus meinem Leben zu machen als Realschulabschluss und Erzieher*innenausbildung. Er hat mich für die Erlebnispädagogik als Lernmethode begeistert“, so Dehde. Als persönlicher Mentor begleitet Ziegenspeck Dehde durch seine Ausbildung. Dehde bringt sich in dieser Zeit auch im Projekt „Das bewegte Leben“ ein und geht der Frage nach, wie man ein gutes Projekt nachhaltig finanzieren kann. Ihm wird bewusst, dass gute Pädagogik und Wirtschaft Hand in Hand gehen müssen – sonst ist die gute Pädagogik schnell wieder am Ende. Seine Erkenntnis: „Es geht um Mehrwert und Effizienzmessung von Qualität in der sozialen Arbeit.“

2011 ist Dehde bei der Fröbelgruppe in Berlin als Assistent der Geschäftsführung tätig. Bei dem KITA-Träger lernt er zum ersten Mal innovative Sozialstrukturen für gute gemeinnützige Arbeit kennen. Nachdem er die Begabtenprüfung zum Studium an der Universität Hamburg bestanden hat, beginnt er im selben Jahr berufsbegleitend ein Studium der Sozialökonomie in Hamburg, beschäftigt sich mit Pro-bono-Projekten, 2013 wird er Mitarbeiter im Kinder- und Jugendhilfe-Verbund (KJHV). Das Studium bricht er jedoch ab. Drei Jahre später nimmt er erneut ein Studium auf, diesmal im Studiengang Pädagogik und Management in Leipzig. 2016 schließt er seinen Bachelor of Arts ab. „Für Sicherheit sorgen, durch Impulse fördern und durch Selbsterfahrung lernen lassen – das führt Kinder ans Ziel“, bringt Dehde sein persönliches pädagogisches Konzept auf den Punkt.

 

Der Schritt zur Gründung der NEO

Von 2014 bis Ende 2017 arbeitet Dehde als pädagogischer Projektleiter für den KJHV. Nebenbei ist er als Berater selbstständig tätig und baut gezielt seine Unternehmensberatung Benjamin Dehde Consulting auf. Daraus geht 2018 die NEO hervor. Zunächst mit NEO Beratung und Beteiligung in Innovation und NEO Wohngemeinschaften für junge Menschen.

Der Name sagt eigentlich alles: NEO steht für etwas Neues, etwas Revolutionäres. NEO beschäftigt sich mit gesellschaftsrelevanten Berufen wie der Jugendhilfe, Pflege und Eingliederungshilfe und zielt auf neue Wege zu besserer Qualität und Effizienz ab. Fachkräfte sollen durch das Konzept entlastet werden, um ihrer eigentlichen Professionalität nachkommen zu können. NEO soll ein Zukunftsunternehmen sein, das sich den gesellschaftlichen Herausforderungen widmet, alternative Wege geht und sich aktiv an der Gestaltung von Gesetzen und Regeln beteiligt.

Passend dazu nimmt Dehde 2018 den Masterstudiengang ZukunftsDesign an der Universität Coburg auf. Dort trifft er auf ein interdisziplinäres Team von Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen und interessanten Impulsgebern wie Prof. Dr. Milena Valeva und Prof. Josef Löffl. Hier erfährt er entscheidende Impulse in der Weiterentwicklung seiner Idee von einer virtuellen Plattform für soziale Arbeit, die er seit 2015 umzusetzen versucht: Paraneo.

 

Dehdes Philosophie einer sozialen Arbeit von heute

„Ich möchte gute Unternehmensstrukturen aufbauen, um Menschen gute Arbeitsplätze anbieten zu können,“ bringt Dehde seine Motivation auf den Punkt. Neue Ideen und Projekte entwickelt er nicht zuletzt für seine eigene Arbeitszufriedenheit. Vielmehr sollen hier Menschen, die mitmachen und investieren wollen, einen Platz finden.

„Ich möchte gerne langfristig einen Personalpool mit qualifizierten Fachkräften der sozialen Arbeit schaffen“, beschreibt Dehde eines seiner beruflichen Ziele. „Forderung und Förderung sollen sich die Waage halten und Menschen befähigt werden, gute pädagogische Arbeit zu leisten“ Die Branche ist sehr fordernd und beeinflusst auch den privaten Bereich der Fachkräfte. Daher sei es umso wichtiger, dass hier Ausbildungsqualität und Ressourcen gewahrt werden.

Die Wertschätzung und Zufriedenheit der Mitarbeitenden sind Dehde sehr wichtig. Doch noch wichtiger erscheint ihm die Zufriedenheit der Kinder und Jugendlichen, die oftmals durch die Arbeitsbelastung im Hilfesystem nicht die Hilfe erhalten, die sie benötigen. Mit NEO und der digitalen Plattform paraneo.de will Dehde das nachhaltig ändern. Zum Wohle aller Kinder verfolgt er das Ziel, das bestehende Hilfesystem zu entlasten, Qualität messbar zu machen sowie Jugendämter und andere Institutionen wesentlich zu stärken.

Alle Kinder und Jugendlichen sollen – egal welchen Alters – befähigt werden, mitzureden und mitzuentscheiden. „Partizipation muss ausgewogen sein, damit Kinder ihre Kindheit leben können und nicht zu stark in die Verantwortung genommen werden. Besonders für kleine Kinder ist es wichtig, dass diese sich nicht zu früh mit Erwachsenenproblemen beschäftigen müssen.“ Das möchte Dehde erreichen, indem gute Angebote gestärkt werden und schlechte Unternehmen ihre Marktpräsenz verlieren.